Der Goldene Schnitt
Wenn eine Strecke nach dem Goldenen Schnitt geteilt wird, ist sie unserem Auge von besonderem Wohlgefallen. Es ist ganz leicht. Das längere Teilstück a verhält sich zum kürzeren Teilstück b genauso wie die ganze Länge a plus b zum längeren Teilstück a. Besonders pfiffig kann man dieses Wissen anwenden, wenn man Gardinen kaufen oder nähen will. Wie lang darf der Vorhang die 1 Meter hohe Fensterluke überdecken, damit sein Saum das Guckloch nach den Regeln des Goldenen Schnittes teilt? In die obige Formel eingesetzt ergibt sich: a zu (1 Meter minus a) ist gleich 1 Meter zu a, und das führt zur quadratischen Gleichung a Quadrat + a – 1 = 0. Diese hat wie immer zwei Lösungen. Die erste Lösung ist 0 Komma 618. Das gute Stück muss also knapp 62 Zentimeter lang sein. Da bleiben noch 38 Zentimeter für die Blumentöpfe. Die zweite Lösung ist negativ: minus 1,618. Das heißt, dass man von der Oberkante des Fensters einen Meter und zweiundsechzig Zentimeter nach oben drapieren muss. Das sieht völlig bescheuert aus.

Fischernetze, nach dem Goldenen Schnitt gehängt
Der Goldene Schnitt ist auch bei Kunden von Getränkemärkten beliebt. Ein Bierkasten mit 5 mal 4 Flaschen wirkt sehr unharmonisch. Wenn man gleich nach dem Kauf die erste Reihe leert, erhält man mit 5 mal 3 Flaschen ein Bild, an dem sich nicht gleich die Augen brechen.
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