Rüdnitz bei Bernau bei Berlin
Rüdnitz kennt kein Mensch. Dabei ist es leicht zu finden, zwischen Bernau bei Berlin und Biesenthal, zwischen eigenem Bahnhof und Sackgasse zur Langerönner Mühle.
Hier lebt man ruhig und bescheiden, weit weg von der Hektik Berlins. Da die Bundesstraße 2 nach Stettin und weiter führt, könnte Rüdnitz eigentlich auch ein Vorort Stettins sein. Der Rüdnitzer Bahnhof liegt jedenfalls schon immer an der Stettiner Bahn. Seit ein paar Jahren hält hier nur noch eine Privatbahn, die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft.
Die Rüdnitzer mögen Autos und Lastkraftwagen überhaupt nicht gern. Hunde umso lieber. Schon bei einem kleinen Rundgang durch den Ort fallen einem die vielen Zonen ins Auge, die den Gassigänger und sein Herrchen vor der Blechlawine schützen sollen.
Rüdnitz liegt auf einer Scheide, genauer gesagt auf der Nord-Ostsee-Wasserscheide. Das Wasser südlich von Rüdnitz fließt von Bernau in die Panke nach Pankow und Berlin, weiter in Havel und Elbe bis nach Hamburg und in die Nordsee. Das Wasser nördlich von Rüdnitz fließt im Rüdnitzer Fließ an Biesenthal vorbei in die Finow, dann in die Oder und durch das Stettiner Haff in die Ostsee. Je nachdem, ob die Rüdnitzer Kläffer links oder rechts der Bahnhofstraße Gassi gehen, landet das Ergebnis also in dem einen oder dem anderen Meer. Dem Rüdnitzer ist es egal, er wohnt 75 Meter überm Meeresspiegel auf seiner Barnim-Hochfläche. Selbst wenn eines Tages die Polkappen gänzlich abgeschmolzen sein werden und Berlin bis zur zehnten Etage im Wasser steht, hat er noch trockene Füße.
Da bin ich aber froh, dass ich mal zu 1/4 ein Wassergrundstück erben werde.
Nicht so eilig! Noch gehört die Hälfte der Bank, also erbst du 1/8.