Deutscher Einzelhandel: Verpasste Chancen

Posted on Mittwoch 8 März 2006

Internationaler Frauentag in New York, Berlin und Moskau
Die Deutschen feiern doch jeden Scheiß, wenn man es ihnen befiehlt: Valentinstag, Muttertag, Führergeburtstag, Thanksgiving, Halloween. Besonders gern dann, wenn die Mode aus den Vereinigten Staaten kommt. Der deutsche Einzelhandel hatte oder hat immer die passenden Geschenkideen und Schnäppchen parat.

Nur an einem Tag verpasst er alle Chancen: Am 8. März, den Frau und Mann weltweit als Internationalen Frauentag begehen. Auch dieser hat seine Wurzeln in Nordamerika, wo er erstmals 1909 als National Woman’s Day gefeiert wurde. Klingt so ähnlich wie National Hockey League. Die Sozialdemokraten machten ihn deshalb 1911 zum International Woman’s Day. Viel später stiegen auch die Kommunisten ein. Seit 1921 und bis auf den heutigen Tag ist der 8. März in Russland und Weißrussland staatlicher Feiertag. Deutschland ist noch nicht wieder so weit, aber wenn man in der Erklärung der Bundeskanzlerin zum heutigen Internationalen Frauentag ein bisschen zwischen den Zeilen liest, kann man guter Hoffnung sein.

Der deutsche Einzelhandel verschläft Jahr für Jahr die Möglichkeit, die Umsatzergebnisse fürs erste Quartal aus den roten Zahlen zu hieven. Weder in der Parfümerie Douglas noch bei Juwelier Christ zerrt man die Ehemänner, Lover, Lebensabschnittsgefährten, Söhne, Brüder, Väter und Kollegen zum 8. März in den Laden und über den Ladentisch. Ist dem deutschen Handel diese Zielgruppe wirklich zu klein? Oder sollen die Kunden etwa bis zum Muttertag warten, den die Nazis 1933 eingeführt haben? Welche noch kinderlose junge Frau wünscht sich wirklich von ihrem Freund oder Geliebten Präsente zum Muttertag?

Zum Frauentag



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