Guten Morgen
Grad war der Zeitungsbote da und rief
mir einen „Guten Morgen“ entgegen.
Dummer Tropf, was weißt denn du
vom Leben. Wie kann ein Morgen wohl
gut sein, wenn überall auf der Welt
junge Teckelwelpen ertränkt werden,
weil der Wurf zu groß war. Sollten wir
nicht alle etwas sorgfältiger mit unserer
Sprache umgehen angesichts des Elends
auf der Erde?
Quelle: Dietmar Wischmeyer, Eine Reise durch das Land der Bekloppten und Bescheuerten, Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin, ISBN 3 548 36203 6
Mein Radiowecker spielt mir morgens zum Wecken immer klassische Musik. Nichts ist schöner, als mit Schönbergs Zwölftonmusik oder John Cages aleatorischen Werken aus dem Traumland geholt zu werden. Wer auch immer die Playliste beim Klassiksender des Bayerischen Rundfunks: morgens hat er meist ein Faible für extrovertierte Musik. Aber mein Wecker steht nicht auf sieben Uhr, sondern auf sieben Uhr und sieben Minuten. Warum? Punkt sieben melden sich die sich ansonsten rar machenden Moderatoren und erklären mir, was sie als nächstes auf Lager haben. Und das ist dann doch etwas zuviel in der Frühe: eine dumpfe, männliche Stimme neben meinem Ohr, die mir etwas von Schostakowitsch erzählt, hilft beim Aufstehen eher selten.