Noch lebt unsere Allee entlang der Kreisstraße 6005, die die Barnimer Kreisverwaltung ohne vernünftige Gründe fällen will. Welche Baumarten sollen der Motorsäge zum Opfer fallen? Der Gutachter, dessen Namen das Bauordnungsamt verschweigt, hat im Mai 2006 in seinem Gutachten folgende Baumarten aufgezählt:
Im 1. Bauabschnitt vom Rüdnitzer Kreisel bis zum Ortseingang Danewitz
24 Linden (20 davon innerhalb von Rüdnitz, am Kreisel beginnend, und 4 links vor dem Bahnübergang)
355 Spitzahorne („Baum des Jahres“ 1995)
13 Bergahorne
3 Robinien
Im 2. Bauabschnitt vom Ortsausgang Danewitz bis zur Kreuzung mit der L 29 (Biesenthal – Grüntal)
34 Linden (17 am Ortausgang Danewitz und 17 vor der Kreuzung)
288 Spitzahorne
8 Bergahorne
1 Roteiche (an der Zufahrt zur Baumschule)
Zusätzlich werden 10 frische Stubben im ersten und 2 Stubben im zweiten Bauabschnitte als Fällungen aus dem Winter 2006 aufgezählt. (Anmerkung des Rüdnitzers: Das macht zusammen 738 gezählte Bäume und Stubben, also 14 weniger als bei der Schadstufenklassifizierung. Zählen ist ja nicht jedes Professors Sache.)




August-Impressionen
Guten Tag,
wirklich unbekannt ist der Name des begutachtenden Professors nicht (wenn auch in der MOZ nicht erwähnt) .Es handelt sich um Professor Rudolph aus Panketal der recht häufig im Auftrag der Behörden über den Verbleib von Alleen und Straßenbäumen entscheidet bzw. Empfehlungen abgibt .
Dabei ist mir noch kein Fall bekannt in dem der Professor für den Erhalt der Allee oder Anpflanzung votierte, wobei nicht immer die Standsicherheit die Hauptrolle spielte. In anderen Fällen hieß es z.B. die Restlebenserwartung (z.B. 20 Jahre, wobei natürlich vom unteren Wert des Schätzspektrums ausgegangen wurde) sei zu gering , oder ein Miteinander von jungen und alten Bäumen wäre im Gesamtanblick nicht wünschenswert.
In beiden mir näher bekannten Fällen kam es allerdings dennoch nicht zur Fällung da (im Fall der Breitscheidstraße in Panketal) z.B. die Untere Naturschutzbehörde oder ( in einem anderen Fall) die Gemeidevertretung Panketals die Komplettlösungen jeweils ablehnten.
Dass der Professor grundsätzlich sein Handwerk versteht möcht ich an dieser Stelle nicht bezweifeln, aber die Auslegung der Datenerhebung gibt mit Sicherheit andere Löungen her , ohne Fahrbahnerneuerung und Verkehrssicherheit grundsätzlich zu gefährden.
Der nun nicht mehr unbekannte Professor Rudolph hat heute bei der Informationsveranstaltung bei der Kreisverwaltung in Eberswalde seine Zähldifferenzen erklärt.
In den einzelnen Schadstufen nannte er nun folgende Baumzahlen:
Schadstufe 0: kein Baum
Schadstufe 1: 84 Bäume
Schadstufe 2: 384 Bäume
Schadstufe 3: 211 Bäume
Schadstufe 4: 47 Bäume (nicht 74 Bäume)
Das macht zusammen 726 Bäume, die noch stehen. Mit den 12 frischen Stubben waren es insgesamt einmal 738 Bäume.
Das heißt aber auch, dass 84+384= 468 Bäume, also 64 Prozent der noch stehenden 726 Bäume erhaltenswürdig sind, also den Schadstufen 0 bis 2 angehören. So nannte es jedenfalls heute Herr Frommer von Gehölzsachverständigen-Verband Brandenburg-Berlin e.V.
Hallo,
z. Zt. erhaltenswürdig sind meines Erachtens auch die Bäume der Vitalitätsstufe 3, ja sogar wohl viele der Stufe 4!
Die der Stufe 4 sollten aber noch mal scharf unter die Lupe genommen werden, ob sie wirlich bruchsicher bzw. standfest sind. Jede Verkehrsgefährdung ist auszuschließen und in diesem Punkt stimme ich mal mit Professor Rudolph überein.
Mit besten Grüßen
Dr. Andreas Steiner (SPD)
Waldökologe und Sachkundiger Einwohner im Umweltausschuss (A5) des Landkreises Barnim,
Altenhofer Straße 4, 16227 Eberswalde; Tel.: (03334) 29 97 46; E- Mail: andreas_steiner@web.de