Hilferuf: Rettet diese Allee! (18)
Zurück aus Paris finde ich gute Nachrichten im elektronischen Briefkasten: Das Landesumweltamt in Potsdam hat die Fällung der Alleen entlang der Kreisstraße 6005 von Rüdnitz über Danewitz bis zur L29 Biesenthal – Grüntal abgelehnt.
Irgendwie hatte ich schon geahnt, dass etwas in der Luft lag. Täglich registrierte ich mehr als 20 Zugriffe vom Webserver der Kreisverwaltung Barnim auf mein Weblog. Carsten Bockhardt und seine Mannen müssen geglaubt haben, dass wir eher aus Potsdam Bescheid hätten, als sie. Die haben offenbar auch ganz schön der Entscheidung entgegengefiebert. Gestern haben sie nun die Ablehnung aus dem Landesumweltamt per Fax erhalten. Glücklicherweise gibt es im Land Brandenburg noch Fachleute, die sich an den Inhalt von Landesverfassung und Naturschutzgesetzgebung halten. Danke ans LUA!
Mein Dank gilt besonders Stefan Stahlbaum und Dr. Andreas Steiner, die Öffentlichkeit in dieser Sache hergestellt haben. Und natürlich allen anderen, die durch ihre aktive Unterstützung diesen Naturfrevel verhindert haben. Dank auch an alle Unterstützer aus der Blogger-Community, ohne die Presse und Fernsehen sicher nicht so schnell an Bord gewesen wären: Matthias vom Hauptstadtblog, Stefan, Andy mit seinen super Fotos, dem Rüdnitz-Journal und vielen anderen.
Wie geht es nun weiter? Carsten Bockhardt wird sicher zu seinem öffentlichen gegebenen Wort stehen, dass er die Entscheidung aus Potsdam akzeptieren werde. Ich glaube, dass das auch für seine künftige Karriere förderlicher sein wird. Die frische Rodung von 726 Bäumen wäre kein gutes Aushängeschild für einen künftigen möglichen Bürgermeister der Waldstadt Eberswalde. Herr Bockhardt, schicken Sie ihre Fachleute an die Arbeit! Baumpflege und Umplanung stehen jetzt auf der Tagesordnung.

Rüdnitz, Danewitzer Straße Ecke Feldweg, September 2006
Umweltschutz dank Web 2.0…
Bild: Der Rüdnitzer
Der Rüdnitzer hat es geschafft. Die Allee zwischen Rüdnitz und Danewitz muss nicht der Kettensäge zum Opfer fallen. Ursprünglich sollten wegen einer Straßenverbreiterung ca. 760 Alleebäume gerodet…
Hier noch die ausführliche Information bei Dr. Andreas Steiner: http://spdnet.sozi.info/brandenburg/barnim/finow/index.php?mod=article&op=show&nr=4129
Gratulation auch aus Berlin! Ein Gewinn für die Natur und die Menschen.
Es ist einfach wichtig, dass solche schönen Alleen geschützt werden.
Sie sind für viele Menschen in diesem Land (und nicht nur für einige Rüdnitzer)
ein Aushängeschild Brandenburgs, da sie auch eine gewisse Lebensqualität darstellen.
Es ist einfach nicht verantwortlich, dass Straßenerweiterungen
lt. EU Norm solche Ausmaße annehmen können.
Dazu kommt, dass diese Bäume lt. Gutachten für “krank” erklärt werden.
Wie schwer wirklich die Krankheit ist, stellt sich erst dann heraus, wenn die Bäume gefällt sind.
Traue deshalb keinem Gutachten welches du nicht selbst erstellt hast.
Auch ich habe die Stürme in den letzten Jahren in Rüdnitz miterlebt denn ich wohne im angrenzenden Feldweg und ich habe mich auch dabei nicht unter der Bettdecke versteckt, sonder aktiv an den Aufräumarbeiten in den Nächten auf der Danewitzer Str. mitgeholfen.
Dabei haben umgefallene Bäume auf den Grundstücken selbst mehr Schaden angerichtet, als die Bäume der Allee.
Ich werde das Gefühl nicht los, und man möge mich auch lügend strafen, dass ganz elegant auch ein Laubproblem gelöst werden kann.!?
Ich weiß auch nicht wie ich mich als direkter Anwohner der Allee in diesem Falle verhalten würde Fällung oder nicht Fällung gerade auch unter einer gewissen ökonomischen Belastung wenn nicht unter „EU Flagge“ saniert wird.
Zu beachten ist auch die strategische Lage der Bäume sie liegt genau vorteilhaft in der vorherrschenden Luftströmung NORD/WEST und hält eine Menge an Windlast ab die so ungehindert dann die ersten Bauten abfangen müssten.
Diese schöne Allee ist natürlich auch im Sommer ein sehr guter
Schattenspender und alles was mit direkter Sonneneinstrahlung zusammenhängt.
Unabhängig dessen, dass über 700 Bäume dieser Größe auch ein “wenig” an Schadstoffen schlucken. Aber davon sprechen wir ja eigentlich gar nicht mehr. Wie schön !? Es sollen ja auch neue Bäume gepflanzt werden! und sogar mehr als nötig.
Es werden schnell wachsende Bäume sein und ob diese die Qualität der “alten Allee” jemals erreichen, ist fraglich.
Mann tauscht das Tafelsilber gegen Plastbesteck.
Es muss doch eine Möglichkeit geben, den Bäumen statt teueren Abriss eine preiswerte Sanierung und Pflege anzubieten und der Unfug eine sanierte Straße in der nicht EU NORM einspurig auszulegen wo diese jetzt in diesem schlechten Zustand auch zweispurig befahrbar ist, kann ich nicht nachvollziehen.
Man muss nur hoffen, dass die EU NORM für Straßenbau in den nächsten Jahren (was jederzeit passieren kann) nicht auf über 6 Meter Straßenbreite ansteigt.
Dann kann die neue “BESENSTIELALLEE” gleich wieder platt gemacht werden
und wir können uns eine Menge Geld und zukünftige Diskussionen ersparen.
Viele Politiker und auch Rüdnitzer denken eben praktisch und unter dem gewissen ökonomischen Druck “Da ist ja EU Geld da” welches noch schnell vor Jahresende abgerufen werden soll.
Dann ist die teure Operation zwar gelungen aber die Patienten tot.
Holger Kalinka