Rettung der Allee Rüdnitz – Danewitz (33)
Soeben erreichte mich dieser Spendenaufruf zur Rettung unserer Allee, den ich hier in vollem Wortlaut poste, weil ich hundertprozentig hinter diesem Aufruf stehe und ebenfalls meinen finanziellen Beitrag leisten werde. Lest bitte selbst:
Spendenaufruf für die Allee Rüdnitz – Danewitz
Die Allee Rüdnitz – Danewitz ist eine der ältesten und schönsten, noch zusammenhängenden Ahornalleen im Land Brandenburg. Mit ihrem geschlossenen Kronendach stellen die 726 Bäume einen wertvollen Landschaftsbestandteil und ein touristisches Highlight im Barnim dar.
Im Zuge von Straßenverbreiterungsarbeiten will die Kreisverwaltung Barnim die Allee komplett beseitigen. Über 2 Millionen Euro an EU-Mitteln sollen in ein schlecht vorbereitetes Projekt verbaut werden. Für die insgesamt 4.700 Meter lange Kreisstrasse, die lediglich von etwa 250 Fahrzeugen pro Tag frequentiert wird, würden die Kosten in den zwei Bauabschnitten damit mehr als 400 Euro pro laufendem Meter betragen. Tatsächlich aber wäre die deutlich günstigere Erneuerung der Fahrbahnoberfläche aus verkehrstechnischer Sicht völlig ausreichend.
Die Komplettrodung der mehr als hundert Jahre alten, überwiegend vitalen Alleebäume würde eine Naturzerstörung ungeahnten Ausmaßes bedeuten. Hinzu kommt, dass „Dämme eingerissen werden“ und es zukünftig um den Schutz weiterer Alleenaltbestände in Brandenburg schlecht bestellt wäre. Ein Präzedenzfall und ein Politikum also.Die neuesten politischen Entwicklungen in der Angelegenheit Allee Rüdnitz – Danewitz sind besorgniserregend. Noch vor zwei Wochen schien sie gerettet zu sein. Dann vollzog das Landesumweltamt (LUA) eine Kehrtwende und hat sich in der Frage der Alleefällung plötzlich für nicht zuständig erklärt. So gab das LUA, vermutlich auf Druck des Umweltministers Dietmar Woidke, die Entscheidungsbefugnis unverständlicherweise an die Kreisverwaltung Barnim zurück. Nun besteht die Gefahr, dass die Untere Naturschutzbehörde erneut dem Antrag des Bauordnungsamtes für die Komplettrodung eine Genehmigung erteilt. Ein Paradoxon: Denn die Behörden des Landesumweltamtes haben sich lediglich in der Sache für nicht zuständig erklärt, keineswegs jedoch ihre fachlich fundierten Argumente zurückgezogen, die eine Beseitigung der Allee aus naturschutzrechtlichen sowie aus Gründen des Gemeinwohls verbieten.
Nun wird die letzte Möglichkeit für den Erhalt der Allee wohl nur noch im Klageweg liegen. Als gemeinnütziger, anerkannter Naturschutzverband erklärte sich die Grüne Liga Brandenburg e.V. bereit, rechtliche Schritte einzuleiten. Allerdings ist sie auf Spenden angewiesen. Eigene Mittel sind nicht vorhanden.
Ich möchte Sie daher eindringlich bitten, für den Erhalt der Allee zu spenden. Die zweckgebundenen Spenden können steuerlich geltend gemacht werden. Ich habe bereits einen Betrag auf das Spendenkonto überwiesen und damit den ersten Schritt getan. Als Alleenbefürworter sind wir für jeden gespendeten Euro dankbar. Denn dieser Naturfrevel muss verhindert und der Steuergeldverschwendung als Folge einer blinden Fördermittelpolitik Einhalt geboten werden.
Das Spendenkonto:
Grüne Liga Brandenburg e.V.
Kontonummer 2000 55 000
VR Bank Lausitz, BLZ 180 626 78
Stichwort: Allee Rüdnitz – DanewitzVorab herzlichen Dank für Ihre Hilfe!
Dr. Andreas Steiner (SPD),
Sachkundiger Einwohner im Ausschuss für Landwirtschaft, Umweltschutz und Abfallwirtschaft (A5) des Kreistages Barnim
Dem ist nichts hinzuzufügen. Habe gerade meine Spende überwiesen.

Foto: Andreas Kroll / www.andykroll.de / 25. August 2006
Zur Zeit bin ich leider finanziell sehr knapp dran und kann beim besten Willen nichts finanziell dazutun. Doch ich möchte mich einfach mit einem Zuspruch gütlich tun:
Die Entscheidung über die Allee ist die Entscheidung, was denn VORZUG genießen soll: das möglichst schnelle Fortkommen der Menschen, auch unter der Maßgabe, eine dazu passende Natur nach eigenem Belieben zu gestalten
oder
entsprechend der vorfindbaren Situation zu handeln, auch um den Preis, dass es mal nicht so schnell voran geht …
Mit anderen Worten: Es ist die Entscheidung, welchen Preis wir für Geschwindigkeit zahlen wollen. Es ist die Entscheidung, ob das seit Jahrhunderten Existierende, MENSCHEN MIT OFFENEN SINNEN ERFREUENDE bleiben soll oder aber zu Gunsten einer höheren, mittlerweile zum Selbstzweck gewordenen Geschwindigkeit ZURÜCKZUTRETEN hat – Letzteres gemeint im wahrsten Sinne des Wortes.
II.
Die BEHAUPTUNG EINER GEFÄHRDUNGSLAGE missversteht die Verantwortung des Menschen. Eine Gefährdung zeichnet sich gemeinhin dadurch aus, dass sich etwas auf den Menschen zubewegt und der Mensch nur durch Ausweichen oder durch Gebrauch von Gewalt seine eigene Schädigung abwenden kann. – Bei allem, was sich nicht bewegt, geht die Gefährdung folglich nicht von diesem Feststehenden aus, sondern einzig und allein von der mangelnden Umsicht, treffender noch: von der teilweisen Unvernunft des Menschen.
Und wenn sich nun zeigen sollte, dass Menschen im Laufschrift aus einem historischen Gebäude heraus kommen und der eine oder andere kopfüber die große Freitreppe hinunter stürzt: Was ist da die Aufgabe eines Staates, der sich sowohl Leib und Leben, als auch der Kultur verpflichtet weiß ? Der baldmögliche Abriss dieser “ach so gefährlichen Treppe” oder aber das Ergreifen aller geeigneten Maßnahmen, auf dass die all zu Stürmischen in Zukunft weniger stürmisch voranschreiten ?
Ich wünsche Ihnen viel Zuspruch – Ich wünsche Ihnen, dass Hunderte von Bäumen eine weitaus höhere Wertschätzung erfahren als ein, zwei Minuten verkürzten Zeitaufwandes, der überdies niemals gewonnen, sondern immer nur verloren ist – weil die Menschen ihn grundsätzlich als Übel betrachten.
Herzliche Grüße aus Potsdam
Helmut Krüger
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