Rettet die Allee Rüdnitz – Danewitz! (36)
Die Grüne Liga in Brandenburg hat zu Spenden zum Erhalt der Allee Rüdnitz – Danewitz aufgerufen. Gleichzeitig beschloss die Landesmitgliederversammlung am vergangenen Wochenende, gegen die von der Kreisverwaltung Barnim geplante Fällung der Allee Rechtsmittel zu prüfen.
Landesmitgliederversammlung der GRÜNEN LIGA votiert für Alleenschutz. Gegen die geplante Fällung der Allee Rüdnitz-Danewitz im Landkreis Barnim werden Rechtsmittel geprüft
Potsdam / 11.11.2006 / Auf der diesjährigen Landesmitgliederversammlung der GRÜNEN LIGA im Haus der Natur in Potsdam votierten die anwesenden Mitglieder mit großer Mehrheit dafür, sich künftig verstärkt im Bereich des Alleenschutzes zu engagieren. Insbesondere die geplante Fällung der Allee von Rüdnitz nach Danewitz im Landkreis Barnim stieß auf allgemeine Ablehnung. Die Mitgliederversammlung beauftragte den neu gewählten Landesvorstand damit alle Möglichkeiten zu prüfen, die bestehende Allee zu retten. Hierzu zählt auch das Einlegen von Rechtsmitteln.
„Es ist unverständlich warum eine intakte Allee an einer gering befahrenen Kreisstraße gefällt werden soll, deren Ausbau im jetzigen Bestand auch ohne Baumfällungen möglich ist. Die Rücknahme des Bescheides des Landesumweltamtes (der die Fällungen ablehnte) und die Übertragung des Verfahrens an den Landkreis Barnim sind ein deutliches Indiz dafür, dass sich das Land Brandenburg vom Alleenschutz verabschiedet hat. Der § 31 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes (BbgNatSchG), in dem steht, dass Alleen nicht beseitigt, beschädigt oder zerstört werden dürfen, ist zur hohlen Phrase verkommen und der Startschuss für die Beseitigung der Alleen im Land wurde gegeben. Ein einmaliges Landschaftsbild und ein immenses touristisches Potenzial gehen so verloren. Neupflanzungen sind kein Ersatz, da sie auf Grund der zunehmenden Trockenheit, geringer Pflege und Tausalzeinsatz nur geringe Chancen haben, dass Alter ihrer Vorgänger zu erreichen“ so Norbert Wilke, Geschäftsführer der GRÜNEN LIGA Brandenburg.
Weiterhin beschlossen die Teilnehmer ein Spendenkonto für die bedrohte Allee einzurichten. Ab sofort kann unter dem Kennwort „Allee“ auf das Spendenkonto, Kontonummer 2000 55 000, Bankleitzahl 180 626 78 bei der VR Bank Lausitz für die Rettung der Alleen gespendet werden. Jeder Betrag hilft die Möglichkeit zu schaffen, den Alleenschutz vor Gericht durchsetzen zu können. [...]
Norbert Wilke
Pressesprecher der GRÜNEN LIGA Brandenburg e.V.
Antenne Brandenburg, das populärste Radioprogramm in Brandenburg, berichtete heute in seinen Nachrichtensendungen ebenfalls über die Spendenaktion.


Dieser Spendenaufruf, so meine Information, ist heute in den großen Zeitungen von Berlin-Brandenburg abgedruckt worden.
Hierbei geht es nicht nur um die Einnahme von Spenden, sondern vielmehr darum, dass auf breiter Front für diese Angelegenheit informiert und sensibilisiert wird. Es werden immer mehr Leute darauf aufmerksam gemacht.
Dr. Andreas Steiner (SPD),
Sachkundiger Einwohner im Ausschuss für Landwirtschaft, Umweltschutz und Abfallwirtschaft (A5) des Kreistages Barnim
Medial zieht es immer weitere Kreise.
Allerdings keine gute Werbung für die derzeit knöcherne, zukunftsabgewandte Umweltpolitik der Barnimer Kreisverwaltung. Zu lesen unter: http://www.uhusnest.de/blog/
Brandenburg: Eine der letzten Ahornalleen soll wegen Geld gefällt werden.
Bravo, Brandenburg, das ist großes Kino: Eine komplette Allee soll aus fadenscheinigen Gründen gefällt werden (es könnte theoretisch ein Ast von einem völlig gesunden Baum auf einen erstaunten Autofahrer – von laut Deutschlandfunk nicht einmal 300 am Tag – herabfallen), ausgerechnet in dem Landschaftsjuwel Barnim.
Ganz ausgezeichnet, das Possenspiel der verehrten Regionalpolitiker. So macht man sein Land kaputt. Andererseits, warum nicht noch schnell absahnen, bevor das ganze erst zur braunen Wüste wird und dann unter dem Meeresspiegel verschwindet? Eigentlich also weitsichtige Politik. Respekt (…)
Auch eine gute Analyse unter: http://www.ruednitz-journal.de/maenneken.html
Die Provinzposse geht weiter – Allee Teil 3
Nachdem nun das Landesumweltamt die Fällung der über 700 Alleebäume der K 6005 gestoppt hat, ging ein Aufschrei durch die Presse – also bei der MOZ. Das hatte ich so aber auch erwartet, da das Blättchen schon einige Zeit Stimmungsmache für die Rodung betrieben hat. Bis heute war man nicht in der Lage, sachlich über den Umfang der geplanten Arbeiten zu berichten, was ja eigentlich die Ausgangslage gewesen wäre. Na, lassen wir das.
Die Verwaltung spann den Faden mit der Umwidmung zur Einbahnstraße, danach die Geschichte mit den Ausweichtaschen für den Gegenverkehr – da gab es wieder Einiges zu fällen und den Charakter der Allee zu zerstören. Augenscheinlich gibt es auch keinen wirklichen Plan, wie die Allee saniert werden soll. Erst sollten die Bäume 3 m von der Straße weg, jetzt nur 2,5 m. Müssen nun auch noch neue Wege in Rüdnitz entlang der Kreisstraße angelegt werden?
Der Volkswille für oder gegen etwas kann sich beispielsweise durch Unterschriftenaktionen manifestieren. So wurden für die Fällung Unterschriften in der Umgebung gesammelt. Man ging einfach ungefragt aufs Grundstück und stellte diejenigen zur Rede, die ihre Unterschrift nicht geben wollten. Anders gesagt: man versuchte, sie zur Unterschrift zu nötigen. Entweder hat hier etwas in der Kinderstube gefehlt, oder aber sie haben etwas in der Entwicklung verpasst und zahlen noch immer brav ihre FDGB-Beiträge.
Das Beste ist aber das Landesumweltamt! Erst erklärt man dort, dass die Allee nicht gefällt wird – Punkt. Die MOZ lamentiert, eine Bürgeriniative für das Abholzen der Bäume gründet sich, ein Bürgermeisterkandidat in Eberswalde – ein Entscheidungsträger – erklärt zähneknirschend, das Urteil zu akzeptieren, …, Brief an den Minister und plötzlich passiert das, womit keiner gerechnet hat. Das Landesumweltamt ist in sich gegangen und hat auf wundersame Weise festgestellt, gar nicht zuständig zu sein!!! Wenn es dort keiner verraten hätte, wäre es niemanden aufgefallen! Dank dieser wundersamen Erkenntnis kann nun wohl doch gefällt werden.
Das ist Politik wie es sich klein Fritzchen vorstellt, demokatisch und unabhängig!
Übrigens soll jeder neu angepflanzte Baum Kosten in Höhe von 460 Euro verursachen. Anfragen in verschieden Baumschulen haben einen Preis von 70 – 80 Euro pro Baum ergeben. Dafür bekommt man einen Spitzahorn, 3 x verpflanzt, mit Ballen und einem Stammdurchmesser von ca 14 – 18 cm. Der Rest des eingeplanten Geldes wird dann wohl für das Einsetzen eines Baumes eingeplant. Verdammt hoch wird hier herangegangen. Vielleicht fällt dann auch etwas Rasensamen für den uns vor die Tür geschütteten Straßenaushub (am Feldweg) ab!
Wo es nun doch mal wieder um den Baum geht, wo sind die neuen Alleebäume entlang der B2 durch Rüdnitz geblieben, hat man die irgendwo in einen Wald gepflanzt?
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Dr. Andreas Steiner (SPD),
Sachkundiger Einwohner im Ausschuss für Landwirtschaft, Umweltschutz und Abfallwirtschaft (A5) des Kreistages Barnim