Rettet die Allee Rüdnitz – Danewitz! (37)
Soeben fiel mir beim Wegschaffen des Altpapiers ein MOZ-Artikel vor die Füße, der über die Unterschriftensammlung der Initiative der Alleegegner berichtet, die sich “Bürgerinitiative” nennt.
Wie diese Unterschriften zustande gekommen sind, kann man drüben beim Rüdnitz-Journal unter dem Titel “Die Provinzposse geht weiter – Allee Teil 3″ nachlesen:
Der Volkswille für oder gegen etwas kann sich beispielsweise durch Unterschriftenaktionen manifestieren. So wurden für die Fällung Unterschriften in der Umgebung gesammelt. Man ging einfach ungefragt aufs Grundstück und stellte diejenigen zur Rede, die ihre Unterschrift nicht geben wollten. Anders gesagt: man versuchte, sie zur Unterschrift zu nötigen. Entweder hat hier etwas in der Kinderstube gefehlt, oder aber sie haben etwas in der Entwicklung verpasst und zahlen noch immer brav ihre FDGB-Beiträge.
Wenn man Anwohnern die Frage stellt, ob sie für oder gegen die Sanierung der Kreisstraße 6005 sind, wird es wohl kaum eine Gegenstimme geben. Wenn man aber den gleichen Leuten die Frage stellt, ob dazu 726 Bäume gefällt werden müssen, wird die Antwort völlig anders aussehen. Dann werden nur noch diejenigen dafür stimmen, die sich vom Laub der Bäume belästigt fühlen, andere zu Unterschriften nötigen oder auf die Desinformationskampagne der Kreisverwaltung Barnim hereingefallen sind.
Auf einen interessanten Artikel auf dem Weblog Uhusnest bin ich gestern aufmerksam gemacht worden. Dort heißt es:
Bravo, Brandenburg, das ist großes Kino: Eine komplette Allee soll aus fadenscheinigen Gründen gefällt werden (es könnte theoretisch ein Ast von einem völlig gesunden Baum auf einen erstaunten Autofahrer – von laut Deutschlandfunk nicht einmal 300 am Tag – herabfallen), ausgerechnet in dem Landschaftsjuwel Barnim.
Ganz ausgezeichnet, das Possenspiel der verehrten Regionalpolitiker. So macht man sein Land kaputt. Andererseits, warum nicht noch schnell absahnen, bevor das ganze erst zur braunen Wüste wird und dann unter dem Meeresspiegel verschwindet? Eigentlich also weitsichtige Politik. Respekt.
Welches hervorragende Image der Landkreis Barnim durch Ihre Aktion verspielt, müßte Ihnen langsam klar werden, meine Herren Ihrke und Bockhardt.
Liebe Mitarbeiter in der Kreisverwaltung. Da Sie jeden Morgen als erste hier lesen, gleich nach 7 Uhr, schicken Sie doch bitte auch Herrn Ihrke diesen Link, ich habe gerade seine E-Mail-Adresse nicht zur Hand.
Guten Tag,
Die Barnimer Bündnisgrünen übergaben in dieser Woche ein von ihnen beauftragtes straßenplanerisches Fachgutachten zum Ausbau der Allee Rüdnitz-Danewitz an den Landrat. Das von einem überregional tätigen Planungsbüro erstellte Gutachten enthält Planungsvorschläge, die den Ausbau der Straße bei Erhalt der Alleebäume ermöglichen.
Eine der vorgeschlagenen Varianten sieht eine 4,75 m breite Fahrbahn vor, die mittels einer beidseitigen Verbreiterung aus Schotterrasen oder wasserdurchlässiger Pflasterung auf 5,50 Meter Gesamtbreite erweitert wird. Damit wären auch die seltenen Begegnungsfälle von LkW/Bus bzw. LkW/LkW problemlos möglich. Eine Ausweisung der K 6005 als Einbahnstraße oder die Errichtung seitlicher Ausweichstellen für den LKW- und Busverkehr wären dann unnötig. Als Höchstgeschwindigkeit werden 70 km/h empfohlen. Im Bereich der Siedlung in Rüdnitz sollte, zum Wohle der Anwohner, ein verkehrsberuhigter Ausbau mit Tempo-30-Niveau vorgenommen werden.
Laut Gutachten ist die Förderfähigkeit dieser Variante gegeben. Die notwendigen Pflege- und Verkehrssicherungsmaßnahmen an den Bäumen sollten zeitnah und fachgerecht umgesetzt und die vorhandenen Pflanzlücken schnellstmöglich geschlossen werden.
Bündnis 90 /Die Grünen fordern die Kreisbehörde auf, im Sinne der vorgelegten Ausbaualternativen eine Konsenslösung zu finden, um die Realisierung der Baumaßnahmen im Jahr 2007 zu sichern und ein langwieriges Klageverfahren abzuwenden.
Die Untere Naturschutzbehörde hat das Gutachten, als wichtige Bewertungsgrundlage im Zuge des laufenden Fällgenehmigungsverfahrens , ebenfalls erhalten und bereits die Baubehörden um Ihre Einschätzung bezüglich der Umsetzbarkeit der Vorschläge gebeten.
Natürlich ist auch die Märkische Oderzeitung seit gestern Mittag informiert , wird aber wohl (so ich Chefredakteur Rüdiger Thunemann) richtig verstanden habe) erst zum Anfang der kommenden Woche mit einer kurzen Meldung informieren.
Da Herr Thunemann die Alleebefürworter doch schon einmal aufforderte “endlich mal konstruktive” Vorschläge zu unterbreiten” (das, mit Verlaub machen wir meines Erachtens schon die ganze Zeit) enttäuscht es mich jetzt doch ein wenig, das die Berichterstattung zu baulichen Alternativen eher schleppend und zurückhaltend anläuft.Wenn man bedenkt, das im Gegensatz dazu “jedes Räuspern der Bürerinitiative zur Fällung der Allee” sofort einen mindestens halbseitigen Artikel nach sich zog (leichte Übertreibung veranschaulicht), mag man doch mal wieder ein wenig die Stirn in Faltenl egen
Einstweilen schönste Wochenendgrüße
Stefan Stahlbaum
(B90/Die Grünen Barnim, stellvert. Sprecher des Vorstandes)
Hallo Stefan, danke für die Informationen. Ich bin sehr gespannt, was die Kreisverwaltung nun Gutes daraus macht. Jetzt hat auch die Untere Naturschutzbehörde wieder gute Argumente in der Hand.
Was die Märkische Oderzeitung angeht, so muss man dies differenziert sehen. Gott sei Dank ist ja der von Dir genannte Lokalredakteur nicht Chefredakteur, wie Du versehentlich schreibst. Ich hatte vor kurzem ein angenehmes Gespräch mit einem
leitendenRedakteur dieser Zeitung, das mir zu der Hoffnung Anlass gibt, dass auch dort wieder mehr Qualitätsjournalismus und überparteiliche Berichterstattung einkehrt.Es ist grausam, aber alltägliche Praxis, was das Umweltverständnis der zuständigen Behörden und Ämter und insbesondere der Unteren Naturschutzbehörden betrifft. Eigentlich haben die Entscheidungsträger in Behörden, die den namen Umwelt im namen führen, dort nichts zu suchen, sondern sollten lieber in den Straßenbaubehörden ihr Unwesen treiben. Vielleicht sind sie auch dort angestellt?
Herzliche Kampfesgrüße aus MOL
P.S. Wir würden uns gern an Aktionen beteiligen, die die besagte Allee am Leben erhalten können.
Familie Reinsberg aus Neuenhagen
[...] course, this also works in the real world: Der Rüdnitzer describes the case of his fight for the trees on an alley near his house. Apparently a pro-tree [...]