Zuspruch

Posted on Mittwoch 7 Februar 2007

Rettet die Allee Rüdnitz – Danewitz! (60)

Ich habe heute einen Leserbrief zu unserem Spendenaufruf erhalten, den ich Euch und Ihnen nicht vorenthalten möchte:

Die Entscheidung über die Allee ist die Entscheidung, was denn VORZUG genießen soll: das möglichst schnelle Fortkommen der Menschen, auch unter der Maßgabe, eine dazu passende Natur nach eigenem Belieben zu gestalten

oder

entsprechend der vorfindbaren Situation zu handeln, auch um den Preis, dass es mal nicht so schnell voran geht…

Mit anderen Worten: Es ist die Entscheidung, welchen Preis wir für Geschwindigkeit zahlen wollen. Es ist die Entscheidung, ob das seit Jahrhunderten Existierende, Menschen mit offenen Sinnen Erfreuende bleiben soll oder aber zu Gunsten einer höheren, mittlerweile zum Selbstzweck gewordenen Geschwindigkeit zurückzutreten hat – Letzteres gemeint im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Behauptung einer Gefährdungslage missversteht die Verantwortung des Menschen. Eine Gefährdung zeichnet sich gemeinhin dadurch aus, dass sich etwas auf den Menschen zubewegt und der Mensch nur durch Ausweichen oder durch Gebrauch von Gewalt seine eigene Schädigung abwenden kann. – Bei allem, was sich nicht bewegt, geht die Gefährdung folglich nicht von diesem Feststehenden aus, sondern einzig und allein von der mangelnden Umsicht, treffender noch: von der teilweisen Unvernunft des Menschen.

Und wenn sich nun zeigen sollte, dass Menschen im Laufschrift aus einem historischen Gebäude heraus kommen und der eine oder andere kopfüber die große Freitreppe hinunter stürzt: Was ist da die Aufgabe eines Staates, der sich sowohl Leib und Leben, als auch der Kultur verpflichtet weiß? Der baldmögliche Abriss dieser “ach so gefährlichen Treppe” oder aber das Ergreifen aller geeigneten Maßnahmen, auf dass die all zu Stürmischen in Zukunft weniger stürmisch voranschreiten ?

Ich wünsche Ihnen viel Zuspruch – Ich wünsche Ihnen, dass Hunderte von Bäumen eine weitaus höhere Wertschätzung erfahren als ein, zwei Minuten verkürzten Zeitaufwandes, der überdies niemals gewonnen, sondern immer nur verloren ist – weil die Menschen ihn grundsätzlich als Übel betrachten.

Herzliche Grüße aus Potsdam

Helmut Krüger

Danke für diesen Zuspruch nach Potsdam! Dem ist nichts hinzuzufügen.



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