Rettet die Allee Rüdnitz – Danewitz! (63)
Nicht erst seit Mercedes Bunz (hier neben Don Alphonso zu sehen) Chefin der Online-Ausgabe des Tagesspiegels ist, kann man den Tagesspiegel schon einen halben Tag vor der Druckausgabe im Internet lesen. Morgen früh gibt es also dort einen Artikel “Für Regenauffangbecken sollen Bäume in Frohnau fallen” auf Papier zu lesen, der in hervorragender Weise aufzeigt, dass die sprichwörtliche Barnimer Dummheit auch vor Stadt- und Ländergrenzen nicht haltmacht.
Diese Allee von 62 Bäumen auf dem Edelhoffdamm soll totaloperiert werden, weil man 1,8 Millionen Euro für ein Regenwasserauffangbecken verbuddeln will. Auch hier haben es einige kleine Ausschreiber und Zuschlagbegehrende noch nicht verstanden, dass das weltweite Baumfällen auch daran Schuld ist, dass bei jedem Platzregen das Wasser höher steht. Doch, doch, sie haben es wohl verstanden. Aber Sie nehmen Waterworld in Kauf, weil sie nach den 1,8 Millionen gieren. Nach ihnen die Sintflut.
Wir auf der Barnim-Hochfläche haben gut lachen. Wenn die Polkappen endlich abgeschmolzen sind und das Wasser in Berlin bis zum zehnten Stock steht, haben wir noch trockene Füße. Wir wohnen 30 Meter höher. Wir werden dann hier unter der weisen Führung unseres Landrates und seines Wirtschaftsdezernenten aus den letzten Alleebäumen Flöße bauen und den Berlinern zu Hilfe kommen. Haltet durch, Freunde in Berlin!

Das Beispiel „Berlin-Frohnau“ zeigt wieder einmal, dass es besser gewesen wäre, wenn die Stadtverwaltung die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig über solche Bauvorhaben informiert und in die Entscheidungen eingebunden hätte.
Allen Leuten wird man es sicherlich nicht Recht machen können, aber letztendlich könnte ein breiter Konsens in der Bevölkerung erarbeitet werden. Schon der nachfolgende Satz des Artikels aus dem Tagesspiegel “Für Regenauffangbecken sollen Bäume in Frohnau fallen” zeigt, dass dies nicht der Fall gewesen ist: „Erst am Freitag hätten die Anwohner durch ein Rundschreiben des Grünflächenamtes von der für Mittwoch geplanten Fällung erfahren.“ Das erinnert mich doch sehr an die Rüdnitz-Geschichte.
Durch eine vernünftige Kommunalpolitik wird dem Verwaltungsfrust und der Politikverdrossenheit kein Nährboden bereitet.
Dr. Andreas Steiner (SPD)
Sachkundiger Einwohner im Ausschuss für Landwirtschaft, Umweltschutz und Abfallwirtschaft (A5) des Kreistages Barnim