Die Tage werden schon wieder merklich länger. Um 17 Uhr ist es noch zu hell, aber um 18 Uhr ist es jetzt im Januar schon dunkel genug, um die Sterne am winterlichen Himmel zu beobachten. Der Januarhimmel hat besonders viel zu bieten, und bei einem jungen Mond mit schmaler Sichel und wolkenlosen Himmel wie heute lohnt sich ein abendlicher Spaziergang besonders.
Oben im Zenit steht das Himmels-W Kassiopeia, im Norden hängt der große Wagen tief über Wullwinkel über dem Acker. Im Osten sind große Teile des Wintersechsecks schon aufgegangen, links über Danewitz die Zwillinge Castor und Pollux, weiter rechts oben Capella und Aldebaran im Stier, darunter Orion mit seinem Hauptsternen Beteigeuze (der linke Arm) und Rigel (das rechte Bein des Himmelsjägers). Auch der Orionnebel ist gut zu erkennen. Allein Sirius ist noch nicht aufgegangen, er erscheint erst gegen 20 Uhr im Südosten.
Besonders auffällig sind jedoch am Abendhimmel zur Zeit zwei Planeten: Der stets rötliche Mars steht mitten drin im Wintersechseck, so auf halber Strecke zwischen den Zwillingen und dem Aldebaran. Er leuchtet wesentlich heller als Aldebaran und Beteigeuze im Orion. Etwa um 21 Uhr geht dann im Osten der Saturn auf, der den Rest der Nacht über gut zu beobachten ist. Saturn wird Mitte Februar in Oppositionsstellung sein, also genau der Sonne gegenüberstehen. Er bleibt also noch einige Wochen ein interessantes Beobachtungsobjekt. Ich finde, dass es nichts Beeindruckenderes am Himmel gibt, als die Saturnringe, die schon mit einem guten Fernglas zu erkennen sind.

Der Abendhimmel Mitte Januar um 18 Uhr.
Grafik: (c) Heavens-Above
Zur Zeit gibt es am Himmel über Rüdnitz aber noch weitere Dinge zu beobachten, z.B. den Kometen 17P Holmes, den man mit bloßem Auge im Perseus hoch im Süden sieht. In der 2. Januarhälfte freue ich mich auf eine schöne Abendsichtbarkeit des Merkur. ISS-Überflüge gibt es derzeit nur in den Morgenstunden.
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